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CGIAR: Consultative Group on International Agricultural Research
Nourishing the Future through Scientific Excellence

Ein Strategisches Bündnis fur das 21. Jahrhundert

Die Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) ist ein strategisches Bündnis von Staaten, internationalen und regionalen Organisationen und privaten Stiftungen. Dieses Bündnis unterstützt 15 internationale Agrarforschungszentren, welche eng mit nationalen Agrarforschungseinrichtungen, dem privaten Sektor und nichtstaatlichen Organisationen kooperieren. Die CGIAR nutzt neueste Erkenntnisse der Agrarwissenschaft, um Armut zu reduzieren, die Ernährung und Gesundheit der Menschen nachhaltig zu verbessern, landwirtschaftliches Wachstum zu fördern und zum Umweltschutz beizutragen.

Landwirtschaft - der Schlüssel zur Entwicklung

In einer Welt, in der dreiviertel der Armen von der Landwirtschaft abhängen, ist Armutsbekämpfung nur mit Investitionen in die Landwirtschaft möglich. Viele Länder mit starkem Agrarsektor haben in der Vergangenheit nachhaltig in Agrarwissenschaften und -technologien investiert. Das spricht eine klare Sprache: Entwicklungsforschung führt zu Wachstum in der Landwirtschaft und verringert die Armut.

Agrarforschung zum Wohle der Menschen und der Umwelt

Die Agrarforschung für Entwicklung liefert seit vielen Jahren überzeugende Ergebnisse. Die Erfolge der Grünen Revolution der 1960er und 1970er Jahre wären ohne die Arbeit der CGIAR-Zentren und deren Forschungspartner in den einzelnen Ländern nicht möglich gewesen. Dadurch sind nicht nur die Einkommen von kleinbäuerlichen Betrieben in Entwicklungsländern gestiegen, sondern darüber hinaus konnten Millionen von Hektar Wald- und Wiesenflächen geschützt werden, so dass die Artenvielfalt bewahrt blieb und der Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre verringert wurde. Die Forschungsagenda der CGIAR-Zentren verändert sich fortlaufend mit neuen globalen Herausforderungen. Die Bandbreite der Forschung hat zugenommen und erschöpft sich längst nicht mehr in der anfänglichen Fokussierung auf Produktivitätssteigerungen einzelner wichtiger Nahrungspflanzen. Heute ist klar, dass die Produktivität in der Landwirtschaft nur dann nachhaltig verbessert werden kann, wenn solche wichtigen Aspekte wie Schutz der Artenvielfalt und Umweltforschung mit berücksichtigt werden. Nach wie vor gilt: Eine höhere Agrarproduktivität in Entwicklungsländern verringert Armut und Hunger, schützt die Umwelt und ist der Motor wirtschaftlicher Entwicklung .

Agrarforschung liefert Resultate

Herausragende Erfolge der CGIAR-Zentren aus jüngerer Zeit sind unter anderem:

  • Eine hochwertige, eiweißreiche und damit besonders nahrhafte Maissorte, die zu einer besseren Ernährungssituation führt und die Gesundheit der Menschen verbessert. Heute wird dieser Mais in 20 Ländern auf einer Gesamtfläche von einer Million Hektar angebaut.
  • Neu gezüchtete Reissorten, auch NERICA (New Rice for Africa) genannt, verändern die Landwirtschaft in Westafrika. 2003 wurde schätzungsweise NERICA auf einer Fläche von etwa 23.000 Hektar angebaut und der Anbau dieser neuen Reissorte breitet sich weiter über Afrika aus. In Uganda wurde insgesamt eine Fläche von 6000 ha mit NERICA bebaut. In Guinea allein, hat der NERICA Anbau Reisimporte in Höhe von etwa 13 Millionen US$ erspart.
  • Die CGIAR und ihre Partner tragen zum Wiederaufbau der Landwirtschaft in Afghanistan bei. So wurde zum Beispiel ein weitreichendes Programm zur Saatgutverteilung ins Leben gerufen. Ferner unterstützt die CGIAR den Wiederaufbau der von den jahrelangen Kriegen, Unruhen und Dürren in Mitleidenschaft gezogenen Landwirtschaft durch technische Zusammenarbeit.
  • In die Landwirtschaft integrierte Aquakultur-Verfahren führen zu einer Steigerung der Reis- und Fischproduktion in Asien, wobei letztere von neuen, schneller (bis zu 60 Prozent) wachsenden Tilapia-Arten profitierte.
  • Aus- und Weiterbildungsangebote wurden von über 75.000 ForscherInnen und WissenschaftlerInnen aus Entwicklungsländern genutzt.
  • Der Einsatz von Pestiziden in Entwicklungsländern wurde durch Förderung der integrierten Schädlingsbekämpfung und biologischer Bekämpfungsmethoden erheblich reduziert.
  • In Afrika und Asien wurden Anbaumethoden mit reduzierter Bodenbearbeitung eingeführt. Das half, Kosten zu senken und steigerte gleichzeitig die Produktivität.
  • Es wurden Möglichkeiten für afrikanische Produzenten geschaffen, internationale Märkte für die Straucherbse (Pigeonpea) zu erschließen.
  • In Asien und Afrika wurden in Zusammenarbeit mit Organisationen auf Gemeindeebene agroforstwirtschaftliche Initiativen entwickelt.
  • Dreimal in Folge wurden CGIAR-Forscher mit dem Welternährungspreis ("World Food Prize") ausgezeichnet.
Ungeachtet dieser Erfolge birgt die Zukunft gewaltige Herausforderungen. Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen anwachsen. Im selben Zeitraum wird sich der Nahrungsmittelbedarf, aller Voraussicht nach, mehr als verdoppeln. Rund 30 Prozent der bewässerten Flächen sind bereits degradiert, und es wird erwartet, dass der Wasserverbrauch in den nächsten 30 Jahren um 50 Prozent steigt. Wissenschaftlich entwickelte Lösungen, die weitere Produktivitätssteigerungen ermöglichen und gleichzeitig die Ökosysteme schützen, sind entscheidend für die Bewältigung dieser Herausforderungen.

Produktivität nachhaltig steigern, Partnerschaften im Rahmen der "Wissenschaft für Entwicklung" stärken, die Umwelt schützen

Die CGIAR wurde im Jahr 1971 gegründet. Heute sind mehr als 8.500 WissenschaftlerInnen und MitarbeiterInnen in über 100 Ländern in den CGIAR Forschungszentren tätig. Die Forschungen der CGIAR richten sich auf alle wichtigen Bereiche des Agrarsektors, darunter Agroforstwirtschaft, Artenvielfalt, Ernährung, Viehfutter und Baumfrüchte, umweltschonende Anbaumethoden, Fischereiwirtschaft, Forstwirtschaft, Viehwirtschaft, Ernährungspolitik und Agrarforschungsdienstleistungen. Dreizehn von 15 Zentren haben ihren Sitz in Entwicklungsländern. Die regionale Forschungspriorität der CGIAR liegt nach wie vor in Afrika. Forschungspartnerschaften der CGIAR tragen zum Erreichen der Milleniumsziele ("Millennium Development Goals") bei und unterstützen wichtige internationale Konventionen (z.B. Konventionen zu Biodiversität, Klimawandel und Wüstenbildung). Das von der CGIAR geschaffene Expertenwissen steht der Allgemeinheit zur Verfügung.


Die CGIAR verfolgt fünf Zielsetzungen

  • Produktivität steigern (in Ackerbau, Viehzucht und Fischereiwirtschaft mit Blick auf die natürlichen Ressourcen)
  • Nationale Forschungssysteme stärken (durch gemeinsame Projekte, Strategien, Bildungsangebote und Weitergabe von Wissen)
  • Umwelt schützen (durch Entwicklung neuer Technologien, die zu einer umsichtigeren Nutzung von Land, Wasser und Nährstoffen führen und einen negativen Einfluss der Landwirtschaft auf die Ökosysteme verringern)
  • Artenvielfalt bewahren (genetische Ressourcen sammeln, charakterisieren und erhalten - die CGIAR-Zentren verwahren treuhänderisch und zu gemeinnützigen Zwecken die weltgrößten Sammlungen von Samen und Saatgut, die für jedermann zugänglich ist)
  • Politik verbessern (Politik mit wesentlichem Einfluss auf Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Ausbreitung neuer Technologien sowie Management und Schutz natürlicher Ressourcen)
    Eine Allianz des 21. Jahrhunderts
Bedeutende Reformen zur Stärkung von Wissenschaft und Forschung, zur Erweiterung des Bündnisses, zur Rationalisierung der Führungs und Steuerungsstrukturen, sowie zur Maximierung der entwicklungsfördernden Wirkung von Agrarforschung, werden gegenwärtig umgesetzt und tragen bereits Früchte. Die "Challenge Programm"-Initiative soll Probleme von regionaler und globaler Tragweite lösen helfen. Beispiele hierfür sind der Kampf gegen die Unterversorgung mit Mikronährstoffen, von der mehr als drei Milliarden Menschen betroffen sind, oder die Lösung des Problems knapper Wasserressourcen durch eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft. Die "Challenge Programme" erleichtern die Realisierung kollaborative Forschungsansätze und tragen zur Mobilisierung von Wissen, Technologien und Ressourcen bei.

Die CGIAR steht allen Ländern und Organisationen offen, die sich zur gemeinsamen Forschungsagenda bekennen und bereit sind, dafür finanzielle Mittel sowie menschliche und technische Ressourcen aufzubringen. Seit 2002 schlossen sich funf neue Mitglieder dem Bündnis an, und die Mitgliederzahl soll weiter wachsen.

Im Jahr 2006 stellten die CGIAR-Mitglieder insgesamt 448 Millionen US$ zur Verfügung. Dies ist die höchste Einzelinvestition in die Forschung zu Gunsten Armer und von der Landwirtschaft abhängiger Menschen.


Die 15 Centers sind eigenständige, unabhängige Institutionen mit jeweils eigener Satzung sowie mit eigenem Vorstand, Generaldirektor und Mitarbeiterstab. Wissenschaftler werden aus allen Teilen der Welt angeworben.

CGIAR unterstutzte Zentren:

Centro Internacional de Agricultura Tropical (CIAT)
Cali, Kolumbien www.ciat.cgiar.org

Center for International Forestry Research (CIFOR)
Bogor, Indonesien www.cifor.cgiar.org

International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT)
Mexiko-Stadt, Mexiko www.cimmyt.org

Centro Internacional de la Papa (CIP)
Lima, Peru www.cipotato.org

International Center for Agricultural Research in
the Dry Areas (ICARDA)
Aleppo, Arabische Republik Syrien www.icarda.org

International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT)
Patancheru, Andhra Pradesh, Indien www.icrisat.org

International Food Policy Research Institute (IFPRI)
Washington, D.C., Vereinigte Staaten von Amerika www.ifpri.org

International Institute of Tropical Agriculture (IITA)
Ibadan, Nigeria www.iita.org

International Livestock Research Institute (ILRI)
Nairobi, Kenia // Addis Abeba, Äthiopien www.ilri.org

Bioversity International
Maccarese, Rom, Italien www.bioversityinternational.org

International Rice Research Institute (IRRI)
Los Baños, Philippinen www.irri.org

International Water Management Institute (IWMI)
Battaramulla, Sri Lanka www.iwmi.cgiar.org

West Africa Rice Development Association (WARDA)
Bouaké, Elfenbeinküste www.warda.org

World Agroforestry Centre (ICRAF)
Nairobi, Kenia www.worldagroforestrycentre.org

WorldFish Center
Penang, Malaysia www.worldfishcenter.org

Forschung ist eine Gemeinschaftsleistung

Die Erfolge der CGIAR wären ohne die Unterstützung und das Engagement der 63 Mitglieder und den vielen hundert Partnerorganisationen, die zusammen das ständig wachsende CGIAR Bündnis bilden, undenkbar.

Mitglieder der CGIAR

Ägypten, Arabische Republik
Afrikanische Entwicklungsbank
Arabischer Fonds für wirtschaftliche und soziale Entwicklung
Asiatische Entwicklungsbank
Australien
Bangladesch
Belgien
Brasilien
China
Côte d'Ivoire
Dänemark
Deutschland
Europäische Kommission (EC)
Finnland
Ford-Stiftung
Frankreich
Golf kooperationsrat (GCC)
Indien
Indonesien
Interamerikanische Entwicklungsbank
International Development Research Centre
Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD)
Iran, Islamische Republik
Irland
Israel
ItalienJapan
Kanada
Kellogg-Stiftung
Kenia
Kolumbien
Republik Korea

Luxemburg
Malaysia
Marokko
Mexiko
Neuseeland
Niederlande
Nigeria
Norwegen
Österreich
OPEC Fonds für Internationale Entwicklung
Pakistan
Peru
Philippinen
Portugal
Rockefeller-Stiftung
Rumänien
Russische Föderation
Schweden
Schweiz
Spanien
Südafrika
Syngenta Stiftung für Nachhaltige Landwirtschaft
Syrien, Arabische Republik
Thailand
Uganda
Vereinigte Staaten von Amerika
Vereinigtes Königreich
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)
Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP)
Weltbank

CGIAR Sekretariat
1818 H Street, NW
Washington, DC 20433, USA
Tel. : +1 202 473 8951
Fax : +1 202 473 8110
E-Mail: cgiar@cgiar.org

September 2004